Archiv der Kategorie: Essen

13.02. – Heimat, Freundin, Licht

Die Futterspender an der Terrasse werden endlich zaghaft angenommen. Blaumeisen picken an den Erdnüssen, Kohlmeisen schnappen sich die Sonnenblumenkerne. Manchmal lässt sich ein Rotkehlchen blicken. Die Krawallspatzengang hat die Spender noch nicht entdeckt, aber das ist okay, sie würden doch nur in Teamarbeit alles binnen Stunden leeren und die schüchternen Meisen vertreiben.

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Ich hatte auf Twitter kurz etwas auf dem Thema herumgedacht, als bekannt wurde, dass das neue Bundesinnenministerium „um den Bereich ‚Heimat‘ aufgewertet“ werden sollte. Auch wenn ich ihm im Ton nicht zustimme, einige meiner Ansichten dazu habe ich im Artikel in der Zeit wiedergefunden. Ein wenig hin- und hergerissen bin ich allerdings schon, inwieweit man den Begriff den Rechtspopulisten überlassen sollte – weil er einen gedanklichen Rahmen vorgibt, innerhalb dessen vermutlich wenig Konstruktives entstehen kann – oder vielleicht doch mit einem Gegenentwurf füllen sollte, der Vielfalt und friedliches Miteinander verschiedenster Menschen und Herkünfte beinhaltet. Und im Kontrast dazu: Warum so manchen diese Diskussion um den Heimatbegriff eher nervt, hat Donnerbella gut geradegerückt (Thread).

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Der Jüngste, im Herbst 18 Jahre geworden, hat am Samstag erstmals seine Freundin mitgebracht. Ruhig, zurückhaltend, aber selbstbewusst und weiß, was sie will. Und herzlich. Und sehr jung, noch keine 17. Seit anderthalb Jahren sind sie jetzt schon zusammen (ich erfuhr davon durch ein geändertes Profilbild auf Whatsapp – modern times), und es war zu spüren, dass die beiden sich gut tun. Ein wenig erklärt sich mir jetzt, woher er die Kraft nimmt, so verantwortungsvoll und ausgleichend zuhause mit seiner Mutter, meinem Großen und dem kleinen Brüderchen (nicht mein Sohn) umzugehen und bei allem trotzdem sein Ding zu machen. Jetzt setzt er gerade sehr viel Ehrgeiz in die demnächst beginnenden Abiturprüfungen. Ich bin ganz schön stolz (und besorgt, dass er sich zuviel auflädt).

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Seit einigen Tagen huht wieder ein (das gleiche?) Waldohreulenmännchen in unmittelbarer Nähe des Hauses, Juchu! Bald beginnt wohl die Balz- und Nistzeit. Ob es wieder so bezaubernden Nachwuchs geben wird?

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Dazu werde ich irgendwann mal einen eigenen Blogeintrag schreiben. Weil ich das Gleiche denke, auf diese Weise so viel lerne und den Sinn dahinter für völlig offensichtlich halte, was aber offenbar alles andere als der Fall ist:

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Mitten am Tag erst Sonne, dann stockduster, Schneetreiben und kaum Sicht, dann wieder ungetrübter, blauer Himmel, im Halbstundentakt. Schön.

Büroaussichten

Die Abende später dunkel, auch die Morgenrunden werden wieder heller. Man muss wegen der Glätte etwas aufpassen, aber wenn kein Wind weht, läuft es sich auch bei Minusgraden schön über die bereiften oder leicht beschneiten Felder.

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In inzwischen schöner Tradition hat die Möwe Bullebäuskes gebacken. Kann man auch ohne anderweitigen Karneval / Fasching drumherum genießen. Ein Traum.

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Morgenhase bei Minusgraden und aufgehender Sonne

statt Text

Vieles ist seit Ende November geschehen, über das ich hätte erzählen können: zuhause, in der Familie, in der Gemeinde, ich war über den Jahreswechsel wieder im Kloster, war krank, war im Kino, könnte über Vogelbücher schreiben, darüber warum ich Instagram verlasse… doch vor allem die Arbeit frisst mich auf und meine Energie reicht kaum, auch nur Fotos aufzubereiten.  ¯\_(ツ)_/¯

Deswegen einfach nur ein paar Bilder der vergangenen Wochen.

Sommertage am Obermain

Die Möwe wurde 50. Und anstatt groß zu feiern, für zwei Tage an den Obermain gefahren. In Coburg in einem sehr heimeligen Fachwerkhaus übernachtet, am Freitagabend noch ein paar leckere Tapas gegessen und bei Gewitterwind und dramatischen Wolken zurück ins Hotel.

Am nächsten Morgen in die Nähe von Bad Staffelstein gefahren, das Auto geparkt und mit einem geliehenen Kanu ein paar Stunden lang den Main hinuntergepaddelt. Um uns herum nur Stille. Vögel, Uferbäume, Sonne und Wolken. Ein Traum. Am Ausstiegspunkt vom Vermieter abgeholt und zurück am Ausgangspunkt in die nahegelegenen Obermain-Therme gegangen (die Möwe hatte als Geburtstagskind freien Eintritt) und den Nachmittag in einer riesigen Landschaft mit allen möglichen Saunen, Becken und kleinem Badesee verbracht samt Nickerchen in der Sonne. Zurück in Coburg in der warmen Abendluft draußen sitzend gut gegessen.

Heute früh nach dem Frühstück dann zum Staffelberg gefahren, die großartige Aussicht genossen, und dann den ganzen Mittag gewandert, über offene Felder in der prallen Sommersonne oder auf schattigen Waldwegen, hinüber nach Vierzehnheiligen, runter ins Tal und zurück. Danach so aufgeheizt, dass wir spontan im nahe gelegenen Freibad in den See gesprungen sind. Auf der Rückfahrt nach Erlangen beim Araber eine Vorspeisenplatte und Falafel mitgenommen und im kühlen Zuhause verspeist.

Satt, sonnenwarm, erfüllt.

4.5. – Geschwisterkochen, Wandern, Garten

Wenn die Tage voll sind, fällt das Blog schon mal hinten runter.

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Eine Woche nach Ostern, wie es der Brauch will, ist Geschwisterkochen angesagt. (Als Subjekte natürlich). Dazu treffen sich Bruder, Schwester, Schwager, Möwe und ich, und inzwischen auch meine Eltern, einfach weil sie sich immer riesig freuen, wenn alle beisammen sind, und kochen gemeinsam ein Menü, diesmal bei meinem Bruder in Brandenburg. Die Möwe und ich haben diesmal fangfrischen Spargel vom Bauern um die Ecke mitgebracht und nach dem Kochen in einer Pfanne mit Olivenöl, Bärlauchpesto und Parmesan gewendet, dazu Fächerkartoffeln aus dem Ofen serviert, mein Schwager hat ein Lammcurry fabriziert, die Möwe ein Blitzsorbet aus Beeren (was wegen zu später Idee leider erst nach dem Hauptgang fest genug war) und meine Schwester ein Beeren-Tiramisu mit selbstgemachten Schokoladenstücken. Mein Bruder hatte zuvor zum Kaffee mit Himbeersahne gefüllte Muffins gereicht, und so werkelten, ratschten und schwelgten wir den ganzen Tag vor uns hin. Eine meiner liebsten Familientraditionen.

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Es gibt verwilderte Gärten, die sind schön, und es gibt unansehnliche Brachflächen. Unsere „Wiese“ zählte spätestens seit dem Sommer 2015 zu letzteren, nachdem die Hitzewelle während unseres Urlaubs die Reste anständigen Grases verbrannt hatte und nur noch eine hügelige, unmähbare, löchrige graugrünbraune Unkrautfläche hinterließ. Nachdem wir einfach nicht die Energie und Zeit für eine sicher wochenlange Aktion von Pflügen, Entsorgen, Aufschütten, Absägen, Ausgraben, Harken, Säen und Großziehen hatten, haben wir schließlich beschlossen, uns den Luxus eines Gärtners zu gönnen, der dann mit einem Gehilfen das ganze in zwei Tagen erledigte: Den kaputten Apfelbaum samt meterweit austreibender Wurzeln raus, die Erde gereinigt, umgegraben und geebnet, und schließlich Rollrasen drauf und einen neuen Apfelbaumstock eingepflanzt. Fertig. Fast ein wenig zu ordentlich (ich befürchte auch für möglichen zukünftigen Entenbesuch), aber erst einmal freue ich mich über die sattgrüne Aussicht.

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Die April-Bilanz meiner Ziele aus dem Gesundheitstraining sieht gar nicht so schlecht aus. Quasi jeden Werktag eine Dreiviertelstunde laufen gewesen, sogar einmal auf Dienstreise morgens vor Seminarbeginn, dazu an Wochenenden oft noch Rad gefahren oder gewandert. Das Essensziel (aufhören, wenn ich satt bin) ist nicht immer einfach durchzuhalten, aber klappt schon recht oft. Nur die Rückengymnastik ist bislang eindeutig zu kurz gekommen.

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Seit Jahren mal wieder das Fränkische-Schweiz-Buch mit den Wandertouren rausgeholt und mit der Möwe am Sonntag bei schönstem Sonnenschein und frischem Wind eine Runde um und durch das Leinleitertal gelaufen mit Felsen, tollen Aussichtspunkten, einem außergewöhnlichen Trockental, einer Quelle, einer alten Mühle, Frühlingswiesen und einem Wald, in dem man meist nichts gehört hat außer dem Knarzen und Quietschen der Bäume im Wind, nur gelegentlich zerknattert und zersägt von einer der unzähligen Motorradhorden, die an den Frühlingswochenenden die Fränkische Schweiz heimsuchen. Das Buch bleibt jetzt mal offensiv auf dem Tisch liegen, vor einem Schottlandurlaub muss man schließlich wandermäßig in Form sein. Und es ist auch einfach schön, diese Landschaft quasi vor der Haustür in Schrittgeschwindigkeit zu erleben.

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Am Dienstag Morgen schon mit ungutem Gefühl aufgewacht, wegen Dauerregens auch nicht zum Laufen raus, schlagartig Durchfall bekommen, trotzdem noch ins Büro gefahren, aber nach zwei Stunden wegen Unwohlseins aufgegeben und zurück nach Hause. Auf der Couch sofort eingeschlafen und zwei Stunden später mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen aufgewacht. Alles halb so wild, wäre nicht die Generalprobe mit dem Vokalensemble am Abend für den Auftritt am Mittwoch gewesen, für den wir monatelang geprobt haben. Unser Vokalensemble funktioniert so, dass in fast allen Stücken nur eine Person pro komponierter Stimme besetzt ist, das heißt wäre ich ausgefallen, dann mit mir das ganze Konzert, wofür die Uni als Veranstalter aber längst geworben hatte. Ibuprofen sei Dank konnte ich dann doch noch hinfahren und die Probe geschwächt aber fieberfrei und auch gesanglich einigermaßen okay bestreiten. Am Mittwoch ging es schon wieder besser, der Darm hatte sich beruhigt, der Arbeitstag lief auch einigermaßen und mit einer erneuten Ibu intus wurde das Konzert sogar richtig gut, so dass Besucher uns anschließend mit leuchtenden Augen für die tolle Musik dankten. Ach ja: Am 20. Mai wiederholen wir den Auftritt in Dessau (Einführung in der Anhaltinischen Landesbücherei um 18:30 Uhr, Konzert in der Kirche St. Peter und Paul 19:30 Uhr).

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Nach schon fünf Tagen ohne den Morgensport heute früh endlich wieder draußen gewesen. Mit halber Kraft zwar und ein paar Mal Stehenbleiben wegen dringenden Nebelknipsens, aber Mann, tat das gut, die Bewegung und die milde, feuchte Luft, dazu umflattert und umpfiffen von Kiebitzen, wunderbar.