Falken und Hasen

Nicht weit vom Haus sitzen neuerdings andauernd zwei Falken auf Baumspitzen von denen aus sie die angrenzenden Felder und Wiesen gut überblicken können. Heute bin ich dann mal mit der Kamera hin, in der Hoffnung, mehr von ihnen zu sehen als nur verwaschene Pixel bei vollem Zoom ins Bild.

Und siehe da, es stellte sich heraus, dass nicht die Aussicht der eigentliche Grund für ihre Anwesenheit war, auch nicht das nahe Elsternest, sondern ihr eigenes, das sie alle 10-15 Minuten anflogen (samt entsprechendem leisen Gezeter aus dem Nest und Antwortrufen der Eltern). Wundervoll. Seit wir hier wohnen waren Turmfalken bislang nur sporadisch auf der Durchreise zu sehen.

Und in der halben Stunde, die ich auf dem Feldweg stand, kamen auch immer wieder Hasen vorbei, denen ich ganz offensichtlich im Weg war, so wie sie teilweise auf mich zuliefen und mich erst im letzten Moment verdutzt wahrnahmen. Der eine streckte mir dann auch glatt die Zunge raus.

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Bonusbild: Der Trommler

banging on the bongos like a chimpanzee

Letzter Tag (und danach)

Abschluss der Amselcam-Reihe, mit etwas Verspätung.

Am Morgen des 15. Tags, nachdem sich Nr. 1 am Abend zuvor aus dem Staub Nest gemacht hatte, setzte sich Nr. 2 auf den Nestrand.

Und da saß sie. Und saß. Und saß. Ließ sich zwischendurch füttern, putzte das Gefieder, und schaute ansonsten etwas müde in den Garten.

2016-04-17 15_13_10-giardino auf Twitter_ _Nr. 2 hockt seit Stunden auf dem Nestrand und guckt, aber

Aber so unmotiviert wie sie schien, so plötzlich war sie dann doch am Nachmittag mit einem Mal aus dem Bild verschwunden. Ganz ohne das Drama, das sein Geschwisterchen gemacht hatte.

Hier der letzte Tag noch einmal im Zeitraffer:

 

(Der großartige Thomas hat mir tonnenweise Zeitrafferfilme aus der ganzen Zeit hinterlassen – da sind ganz wunderbare dabei. Ich bin noch gar nicht dazu gekommen, sie alle durchzusehen.)

Seit dem Ausflug sieht man immer mal wieder – auch heute noch – eines der Jungen im Garten sitzen, Monsieur meist in der Nähe, in den ersten Tagen auch noch fütternderweise. Welche von beiden Nr. 1 oder Nr. 2 ist, lässt sich nicht sagen, gemeinsam habe ich sie nicht mehr gesehen. Ich hoffe aber, es sind immer noch zwei.

Madame saß einen Morgen später nochmal im Nest Probe, schien sich aber dann beim Folgeprojekt für einen Nachbargarten entschieden zu haben, wofür sie schon wieder eifrig trockene Gräser rupft. Das hiesige Nest steht jetzt leer, wird aber zuweilen von anderen Interessenten besichtigt:

Aber wer weiß, vielleicht kehren Madame und Monsieur ja doch noch einmal für einen späteren Anlauf zurück.

2016-04-17 15_30_15-giardino auf Twitter_ _Das war schön. Hat über Wochen hinweg sehr viel Freude ge

Tag 14: Erster Abschied

Tagsüber ständig vom Büro aus die Amselcam checken: Sind noch beide da? Spät nach Hause kommen, beide Küken noch im Nest, das eine steigt immer wieder auf den Nestrand, aber sie werden noch von den Eltern gefüttert. Es wird dunkel, eine Nacht werden sie wohl noch im Nest verbringen.

Monsieur schaut nur mal nach, wie groß die beiden schon sind:

 

Aber gefüttert werden sie auch. Was für ein Wurm!

 

Und dann… fasst sich Nr. 1 in der Dämmerung mit einem Mal ein Herz, klettert auf den Nestrand, streckt ihre Beinchen und steigt hinaus, gerade als die Kamera schon auf Nachtsicht umschaltet. Und bleibt erst einmal sitzen und schaut:

 

Wird sie hinunter Richtung Terrasse fliegen? Oder werden Madame oder Monsieur sie wieder ins Nest stupsen? Aber es kommt niemand, die Eltern sitzen irgendwo hinten im Garten. Und dann kommt dieser ergreifende Moment, wo sie sichtbar hin- und hergerissen zwischen Nest und Kante hin und her hüpft. Zurück ins Nest? Oder raus in die Welt? Oder doch lieber nicht? Oder …

 

Und sie flattert ungelenkt los, über die Terrasse hinweg in die Wiese. Fliegt ein wenig hoch auf die Brombeerstrauchleiter, schaut kurz, hüpft wieder runter, alles unter den aufmerksamen Blicken von Madame und Monsieur auf Apfelbaum und Gartenhäuschen. Bis sie schließlich hinter dem Haus in den Sträuchern verschwindet, Monsieur hinterher. Und Madame wenige Minuten später im Nest landet, um Nr. 2 für eine weitere Nacht unter ihre Fittiche zu nehmen.

Viel Glück, kleine Amsel!

Tag 13: Ungeduld

Es ist nun nicht mehr zu leugnen, die Zeit im Nest neigt sich ihrem Ende zu, und damit auch die der Amselcam. Die beiden putzen sich unentwegt, klettern übereinander, spreizen ihre Flügel und steigen auch schon mal auf den Nestrand, von dem aus sie neugierig in den Garten schauen. Wo vor wenigen Tagen noch die nackte Haut zu sehen war, ist jetzt schon Gefieder, und Monsieur und Madame müssen sich manchmal selbst schon recken, um noch an die Schnäbel ihrer Brut zu kommen.

Und das alles im Video: